Warum wir in Beziehungen manchmal das Wesentliche übersehen

Perfectly Human · Staffel 1 · Folge 08

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· 44 Min.

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Warum kann ich das nicht auch haben? Die enge Verbindung, die eine Freundin zu ihrer Mutter hat. Das leichte Sozialleben von jemand anderem. Was wir dabei übersehen: Wir sehen immer nur Ausschnitte, nie das Ganze. Und aus diesen Ausschnitten entstehen unrealistische Erwartungen an unsere eigenen Beziehungen.

„Warum kann ich das nicht auch haben?“ Diesen Gedanken kennst du vielleicht: die enge Verbindung, die eine Freundin zu ihrer Mutter hat, die Leichtigkeit eines fremden Paares im Café, das Sozialleben von jemand anderem. Was wir dabei übersehen: Wir sehen immer nur Ausschnitte, nie das Ganze. Und aus diesen Ausschnitten entstehen unrealistische Erwartungen an unsere eigenen Beziehungen.

Diese Episode zeigt, woher diese Erwartungen kommen, durch sozialen Vergleich und romantische Skripte aus Filmen und Serien, und warum sie sich nicht nur bei Enttäuschung, sondern auch bei Erfüllung gegen uns wenden: Die sogenannte hedonische Anpassung sorgt dafür, dass selbst erfüllte Wünsche uns selten dauerhaft zufrieden machen.

Der Schlüssel liegt darin, zwischen Erwartung, Wunsch und Bedürfnis zu unterscheiden. Denn hinter jeder Erwartung steckt ein echtes Bedürfnis, und das lässt sich oft auf mehr als einem Weg erfüllen. Zum Schluss geht es um einen Gedanken, der besonders für romantische Partnerschaften provokant ist, sich aber auch auf andere Beziehungen übertragen lässt: Muss wirklich eine einzige Person all unsere Bedürfnisse erfüllen? Oder ist unser Netz an Verbindungen größer, als wir denken?

  • Warum deine Erwartungen an Beziehungen unrealistisch sein können
  • Den Unterschied zwischen Erwartung, Wunsch und Bedürfnis, und warum nur eine der drei Ebenen wirklich essenziell ist
  • Warum selbst erfüllte Erwartungen dich oft nicht dauerhaft zufrieden machen
  • Wie du herausfindest, was hinter einer Erwartung wirklich steckt, und was davon verhandelbar ist
  • Den Gedanken, der infrage stellt, ob in einer Partnerschaft eine einzige Person wirklich alle deine Bedürfnisse erfüllen muss
  1. 1:09Kontext
  2. 3:48Woher unsere Erwartungen an Beziehungen wirklich kommen
  3. 14:23Was unrealistische Erwartungen mit uns machen
  4. 21:24Wie du Erwartungen klären kannst, ohne deine Wünsche aufzugeben
  5. 27:25Muss eine Person wirklich alle deine Bedürfnisse erfüllen?
  6. 35:36Zusammenfassung
  7. 37:56Reflexion
  8. 42:03Abschluss
Nicht jede Erwartung ist ein Bedürfnis. Nur das Bedürfnis ist wirklich essenziell.

Was mich an diesem Thema beschäftigt: Wie oft wir unerfüllte Erwartungen als Urteil über die Beziehung lesen, statt als Hinweis auf ein Bedürfnis, das wir nie ausgesprochen haben.

Gibt es einen Bereich in deinem Leben, wo du eher eine ganz genaue Erwartung hast als einen offenen Wunsch?

Quellen anzeigen

Soziale Vergleichstheorie
Festinger, L. (1954). A theory of social comparison processes. Human Relations, 7(2), 117–140.

Sozialer Vergleich auf Social Media
Vogel, E. A., Rose, J. P., Roberts, L. R. & Eckles, K. (2014). Social comparison, social media, and self-esteem. Psychology of Popular Media Culture, 3(4), 206–222.

Romantische Skripte durch Medienkonsum
Segrin, C. & Nabi, R. L. (2002). Does television viewing cultivate unrealistic expectations about marriage? Journal of Communication, 52(2), 247–263.

Expectation Violation Theory
Burgoon, J. K. (1993). Interpersonal expectations, expectancy violations, and emotional communication. Journal of Language and Social Psychology, 12(1–2), 30–48.

Hedonische Anpassung
Brickman, P. & Campbell, D. T. (1971). Hedonic relativism and planning the good society. In M. H. Appley (Ed.), Adaptation-Level Theory (S. 287–301). Academic Press.
Frederick, S. & Loewenstein, G. (1999). Hedonic adaptation. In D. Kahneman, E. Diener & N. Schwarz (Eds.), Well-Being: The Foundations of Hedonic Psychology (S. 302–329). Russell Sage Foundation.

Historische Einordnung der romantischen Partnerschaft
Coontz, S. (2005). Marriage, a History: From Obedience to Intimacy, or How Love Conquered Marriage. Viking.

Suffocation Model – steigende Erwartungen an die romantische Partnerschaft
Finkel, E. J., Hui, C. M., Carswell, K. L. & Larson, G. M. (2014). The suffocation of marriage: Climbing Mount Maslow without enough oxygen. Psychological Inquiry, 25(1), 1–41.

Psychologische Gespräche

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