Wie künstliche Intelligenz unser Leben verändert und was das psychologisch mit uns macht
Künstliche Intelligenz (KI) ist in kürzester Zeit vom Spezialthema zur Alltagsrealität geworden. Sie schreibt Texte, analysiert Daten, trifft Empfehlungen und beginnt, Entscheidungen vorzubereiten, die früher menschlicher Expertise vorbehalten waren. Für Unternehmen bedeutet das tiefgreifende Veränderungen von Arbeit, Kompetenz und Verantwortung. Für Menschen bedeutet es darüber hinaus: eine schleichende Verschiebung des eigenen Rollenverständnisses. Psychologische Fragen nach Kontrolle, Selbstwirksamkeit und Zukunftssicherheit rücken in den Vordergrund. Um diese Verschiebung einordnen zu können, lohnt es sich, zunächst genauer hinzusehen, welche Veränderungen das KI-Zeitalter bereits geprägt haben, welche Dynamiken sich aktuell entfalten und was sich in den kommenden Jahren abzeichnet, bevor deutlich wird, wie sehr diese Entwicklungen unser psychologisches Erleben beeinflussen.
Wie wir unbemerkt vorbereitet wurden
Die Geschichte künstlicher Intelligenz begann nicht erst mit ChatGPT. Bereits in den 1950er-Jahren versuchten Forscher erstmals, menschliche Denkprozesse algorithmisch nachzubilden. Einen modernen Schub erfuhr das Feld in den 2000er-Jahren durch Big Data und leistungsstarke Grafikprozessoren (GPUs), die maschinelles Lernen ermöglichten. 2010 entstand DeepMind, ein Unternehmen, das fünf Jahre vor der Gründung von OpenAI lernfähige Systeme entwickelte und grundlegende Durchbrüche erzielte, insbesondere durch die Kombination von Deep Learning und Reinforcement Learning.1,2
Obwohl diese Entwicklungen für die breite Öffentlichkeit kaum sichtbar waren, fand maschinelles Lernen längst in großem Stil Anwendung. Es beeinflusste unser Verhalten mit globaler Reichweite dort, wo wir es am wenigsten bemerkten: in den sozialen Medien. Hier analysierten Algorithmen fortlaufend, welche Inhalte unsere Aufmerksamkeit halten, welche Themen uns interessieren und welche Personen uns ähneln.3,4 Diese Systeme strukturierten unseren Informationsraum, filterten unsere Feeds und verstärkten die Tendenz, sich in vertrauten Weltbildern zu bewegen, wie in einer Echo-Kammer, in der vor allem das widergespiegelt wird, was wir bereits denken. Sie trugen dazu bei, dass Bestätigung und Polarisierung leichter entstanden.5
Psychologisch betrachtet war diese Phase eine stille Vorbereitung:
- Wir lernten, dass Algorithmen uns durch eine komplexe Welt führen und diese für uns vereinfachen können. Mit den dazugehörenden Vorteilen, aber auch Kosten.
- Wir vertrauten Systemen, ohne sie zu verstehen, oft ohne zu merken, dass sie im Hintergrund mitentschieden.
- Wir richteten unsere Erwartungen an Technologie neu aus: Schneller, präziser, personalisierter.
Rückblickend legte diese Phase bereits ein Grundmuster. Gesellschaftlich verschob sich die Art, wie öffentliche Aufmerksamkeit gelenkt wird, wie wir im digitalen Raum miteinander umgehen und wie mit kontroversen Positionen umgegangen wird. Auf individueller Ebene veränderte sich unser Verhältnis zu Information, Orientierung und Einfluss: Maschinen begannen mit zu agieren, bevor wir realisierten, dass sie es tun.
Der Moment, in dem alles sichtbar wurde: ChatGPT als kultureller Wendepunkt
Als ChatGPT Ende 2022 öffentlich wurde, machte nicht nur die technische Neuerung den Unterschied, es war die unmittelbare Erfahrung. Zum ersten Mal konnten Millionen Menschen erleben, wie ein großes Sprachmodell (ein sogenanntes Large Language Model) in natürlicher Sprache antwortet, reagiert und scheinbar mitdenkt. Innerhalb weniger Tage explodierte die Nutzung weltweit.
Doch „mitdenken“ ist hier ein irreführendes Wort. ChatGPT und vergleichbare Systeme berechnen Wahrscheinlichkeiten: Sie analysieren Muster in riesigen Textmengen und prognostizieren, welches Wort als nächstes am wahrscheinlichsten folgt. Sie verstehen nicht im menschlichen Sinne, sondern simulieren Verständnis durch statistische Vorhersage. Trotzdem wirkt das Ergebnis oft verblüffend überzeugend. Überzeugend genug, um eine grundlegende Verschiebung auszulösen.
Unabhängig davon, ob jemand persönlich beeindruckt war oder nicht, war der entscheidende Punkt: KI wurde plötzlich sichtbar. Sie trat aus dem Hintergrund heraus und in den Alltag hinein. Die Interaktion wirkte intuitiv, niedrigschwellig und beinahe selbstverständlich. Das Potenzial von KI für die Zukunft wurde greifbar.
Dieser Moment veränderte die Wahrnehmung: Es wurde deutlich, wie nah die Fähigkeiten von Modellen schon an menschliche Kompetenzen heranreichen.6 Für viele entstand eine ambivalente Mischung aus Faszination und Irritation: einerseits beeindruckend, was möglich wurde, andererseits beunruhigend, wie schnell sich dieses Feld bewegte und wie unklar war, wohin es sich entwickeln würde. In diesem Moment wurde spürbar, dass sich etwas Grundsätzliches verschiebt. Nicht nur, wie wir Technologie nutzen, sondern wie wir über menschliche Fähigkeiten, Aufgaben und Rollen nachdenken. ChatGPT war der Moment, in dem die Zukunft plötzlich nicht mehr abstrakt war, sondern konkret, nah und unausweichlicher Teil unserer Gegenwart.
Was in den nächsten Jahren auf uns zukommt…
Der digitale Raum als erstes Transformationsfeld
Die heutige Form von KI markiert nicht ihren Höhepunkt, sondern ihren Ausgangspunkt. Auf Grundlage der aktuellen Entwicklung wird KI deutlich leistungsfähiger, autonomer und stärker in Alltagsabläufe eingebettet werden. Modelle werden Sprache, Bild, Video, Handlungsschritte und situatives Kontextwissen zunehmend miteinander verknüpfen. Gleichzeitig zeichnen sich Systeme ab, die nicht mehr nur reagieren, sondern proaktiv unterstützen, vorausschauend planen und Aufgaben über komplette Prozessketten hinweg ausführen können.
Besonders betroffen werden zunächst Tätigkeiten im digitalen Raum sein, also alles, was am Computer erledigt wird, jeder Prozess, der Daten, Text, Kommunikation, Planung oder Analyse umfasst. Hier wird KI zuerst übernehmen: schneller, günstiger und oft präziser als Menschen.7,8
Diese Entwicklung hat zwei Seiten. Einerseits verschwinden monotone, repetitive oder standardisierbare Aufgaben, bei denen Menschen bisher wie ausführende Maschinen eingesetzt wurden. Gleichzeitig lässt sich bereits beobachten, dass sich der Kompetenzbereich einzelner Individuen erweitert: Mit Hilfe von KI können Menschen auch ohne tiefere Fachkenntnisse komplexe Aufgaben bewältigen, etwa im IT-Bereich funktionierende Programme oder Apps erstellen.
Andererseits bedeutet diese Entwicklung reale Jobverluste, zunächst auf einem Qualifikationsniveau, in dem noch wenig Expertise oder Erfahrung notwendig ist. Eine im Jahr 2025 veröffentlichte Studie zeigt, dass insbesondere Einstiegspositionen nach einem universitären Abschluss in nennenswertem Umfang von KI betroffen sind und in diesen Gruppen bereits ein Beschäftigungsrückgang von rund 13 % zu beobachten war.9
Frühere technologische Umbrüche haben ebenfalls Arbeitsplätze verdrängt, zugleich aber neue Tätigkeitsfelder geschaffen. Bei KI ist jedoch ein wesentlicher Unterschied erkennbar: Die Technologie wirkt gleichzeitig in nahezu allen Branchen. Sie beschränkt sich nicht auf einzelne Aufgaben, sondern kann eine breite Vielfalt geistiger Tätigkeiten in allen vorstellbaren Disziplinen replizieren und skalieren.10,11
Gleichzeitig eröffnet KI bedeutende Chancen: In der Medizin könnte sie helfen, Krankheiten früher zu erkennen, personalisierte Therapien zu entwickeln und medizinisches Wissen schneller verfügbar zu machen. In der Klimaforschung unterstützt sie bereits heute dabei, komplexe Modelle zu verbessern, Ressourcen effizienter zu nutzen und nachhaltige Lösungen zu entwickeln. In der Bildung könnte KI individualisiertes Lernen ermöglichen und Wissen zugänglicher machen. Diese Potenziale zeigen: KI ist nicht per se eine Bedrohung, sondern ein Werkzeug, dessen Wirkung davon abhängt, wie wir es einsetzen.
Entscheidungen, die heute menschliche Expertise erfordern, könnten künftig datenbasiert und konsistenter getroffen werden als durch individuelle Urteile oder begrenzte Erfahrung.
Wenn KI eigenständig handelt: Agentische KI-Systeme
Mit den nächsten Modellgenerationen werden KI-Systeme zunehmend agentisch werden, was bereits jetzt zu beobachten ist. Sie werden nicht mehr nur auf Anfragen reagieren, sondern selbstständig Aufgaben initiieren, mehrstufig planen, Entscheidungen treffen und andere digitale Systeme ansteuern können. Damit entstehen erstmals künstliche kognitive Akteure, die komplette Prozesse eigenständig durchführen können: vom Informationssammeln über die Priorisierung bis zur Ausführung und anschließenden Bewertung der Ergebnisse.12
Parallel dazu entwickeln sich hochpersonalisierte „Begleitermodelle“, die im Alltag unterstützen, Abläufe koordinieren und organisieren, Gesundheit und Verhalten analysieren, Trainings-, Lern- oder Ernährungspläne entwickeln und als kontextsensitiver Assistent dauerhaft an der Seite einer Person agieren. Diese Systeme könnten mit der Zeit so präzise werden, dass sie Gewohnheiten, Stimmungen und Bedürfnisse antizipieren und Entscheidungen zunehmend vorbereiten, ausführen oder vollständig übernehmen.13,14 Damit könnten sich Managementaufgaben vom Menschen auf KI-Systeme verschieben.15
Während agentische Systeme vor allem individuell wirken, kann KI gleichzeitig zu einer übergeordneten Infrastruktur werden, die zentrale Funktionskreisläufe einer Gesellschaft steuert und stabilisiert.16,17 Dazu gehören Verkehrsflüsse, Energieverteilung, Logistik, Verwaltung, medizinische Versorgung oder die dynamische Aufbereitung und Filterung von Informationen. Sobald diese Grundlage vorhanden ist, wäre es denkbar, dass KI-Systeme im großen Stil koordinieren, überwachen und steuern und damit Entscheidungen übernehmen, die bisher menschliche Planung erforderten.
KI jenseits der digitalen Welt
Letztendlich rückt KI mit Robotik vollumfassend, interaktiv und mit maximaler Flexibilität in die physische Welt. Dann werden auch Tätigkeiten ersetzt, die heute noch klar an menschliche Körperlichkeit gebunden sind.18 Zunächst wären einfache manuelle Aufgaben betroffen, später zunehmend komplexe Tätigkeiten bis hin zu Arbeitsbereichen, denen wir bislang ausschließlich Menschen vertrauen würden. Viele davon könnten schneller, präziser und mit deutlich geringerer Fehlerquote ausgeführt werden als durch menschliche Arbeitskraft.19
Wie bei allen vorherigen Entwicklungen würde der Mensch zunächst noch überwachen, anleiten und korrigieren. Doch auch diese Tätigkeiten könnten mit steigender Systemkompetenz schrittweise reduziert werden. KI verfügt anders als der Mensch über eine umfassende Wissensbasis, permanente Datenverfügbarkeit, kontinuierliches Lernen und eine unbegrenzte Ausdauer und könnte damit Werkzeuge und Arbeitsabläufe entwickeln oder nutzen, die menschliche Leistungsgrenzen deutlich übertreffen.20,21 Bei flächendeckend einsatzfähiger Robotik beträfe die Automatisierung nicht mehr nur kognitive, sondern auch körperliche Tätigkeiten nahezu aller Art.22,23
Warum die Entwicklung unvorhersehbar bleibt
All diese Entwicklungen beschreiben kein feststehendes Zukunftsbild, sondern mögliche Entwicklungspfade. Technologische Fortschritte verlaufen selten linear, und ihre gesellschaftliche Wirkung hängt nicht allein von technischer Machbarkeit ab, sondern ebenso von Regulierung, wirtschaftlicher Umsetzung und gesellschaftlicher Akzeptanz.
Zudem setzt all dies eine grundlegende Annahme voraus: dass KI kontrollierbar bleibt. Einige der führenden Köpfe der großen KI-Unternehmen schätzen die Wahrscheinlichkeit, dass extrem leistungsfähige KI-Systeme langfristig ein zukunftskritisches Risiko für die Menschheit darstellen, mit etwa 20-30% als signifikant hoch ein.24-26 Gemeint ist der Punkt, an dem eine sogenannte Superintelligenz entsteht: ein System, das sich selbst verbessern, autonom handeln und Entscheidungen treffen kann, deren Logik für Menschen nicht mehr nachvollziehbar ist.27-29 Die Entwicklung einer Technologie, die potenziell die Grundlagen unserer Zivilisation verändern kann, konzentriert sich auf eine Handvoll Akteure ohne demokratisches Mandat, unter enormem Wettbewerbsdruck, die Ersten zu sein, und mit großer Unsicherheit über die Folgen.30 Diese existenzielle Unsicherheit prägt den Kontext aller Entwicklungen, über die hier gesprochen wird.
In vielen Bereichen wird sich erst im Verlauf zeigen, welche Anwendungen sich durchsetzen und welche Grenzen bewusst gezogen werden. Auch vergangene technologische Durchbrüche wurden häufig überschätzt oder unterschätzt. Ein bekanntes Beispiel ist autonomes Fahren: Obwohl es seit Jahren als kurz vor der breiten Einführung stehend gilt, hat sich gezeigt, dass zuverlässige und sichere Umsetzung deutlich komplexer ist als erwartet.31 Solche Beispiele verdeutlichen, dass technologische Entwicklung selten geradlinig verläuft und Prognosen mit erheblicher Unsicherheit behaftet sind. Es wird also auf jeden Fall anders kommen, als wir es erwarten. In jedem Fall stehen wir jedoch vor vielen und wahrscheinlich auch tiefgreifenden Veränderungen. Die Frage drängt sich auf: Wie wirkt sich das auf uns als Individuen aus, was macht das mit uns? Bevor wir uns den psychologischen Auswirkungen widmen…
Wie stehen Sie selbst zu künstlicher Intelligenz?
Viele der beschriebenen Entwicklungen lösen sehr unterschiedliche Reaktionen aus. Manche Menschen empfinden Neugier und Aufbruchsstimmung, andere eher Skepsis oder Unsicherheit. Oft liegt die eigene Haltung irgendwo dazwischen. Wenn Sie sich einen kurzen Überblick darüber verschaffen möchten, wie Sie persönlich zu künstlicher Intelligenz stehen, können Sie den folgenden Fragebogen nutzen. Die Auswertung gibt Ihnen eine Rückmeldung zu Ihrer eigenen Haltung.
Zum FragebogenDie psychologischen Auswirkungen des KI-Zeitalters: Wie KI unser Selbstbild, unsere Beziehungen und unseren Sinn im Leben verändert
Die skizzierten Entwicklungen zeigen, dass KI nicht nur punktuell unterstützt, sondern schrittweise immer grundlegendere Bereiche menschlichen Handelns übernimmt. Zunächst verschwinden digitale Aufgaben, dann verlagern sich Entscheidungen auf algorithmische Systeme, und mit fortschreitender Robotik geraten schließlich auch körperliche Tätigkeiten unter Automatisierungsdruck. Der damit einhergehende Wandel beginnt oft leise im Alltag und öffnet nach und nach Fragen von Kompetenz, Zukunftssicherheit und sozialer Orientierung, bis er schließlich grundlegende Sinnfragen berührt. Schon jetzt prägt den Umgang mit KI eine ambivalente Erfahrung: große Faszination über das Mögliche trifft auf spürbare Verunsicherung über die Konsequenzen.
Warum KI uns gleichzeitig anzieht und verunsichert
Der Umgang mit KI ist für viele von einem widersprüchlichen Gefühl geprägt. Auf der einen Seite stehen Neugier und Faszination: Aufgaben lassen sich schneller erledigen, Probleme wirken lösbarer, Möglichkeiten scheinen sich zu erweitern. Auf der anderen Seite entsteht Unbehagen. Systeme werden genutzt, obwohl weder sie noch ihre Funktionsweise wirklich verstanden werden. Eine Entwicklung wird unterstützt, ohne dass klar ist, wie sie sich weiter entfaltet und welche langfristigen Konsequenzen sie haben könnte.
Diese Ambivalenz zeigt sich besonders dort, wo Nutzung zur Voraussetzung wird. Viele erleben einen subtilen Anpassungsdruck: mithalten zu müssen, um nicht den Anschluss zu verlieren. Gleichzeitig bleibt unklar, welche Daten preisgegeben werden, wer sie nutzt und wofür sie künftig relevant sein könnten. Wie viel Nähe zu diesen Systemen ist hilfreich und ab wann beginnt Abhängigkeit? Wo endet Unterstützung und wo beginnt Auslieferung?
Im Alltag führt das zu Fragen, die oft unbeantwortet bleiben: Kann ich den Ergebnissen vertrauen, wenn ich den Prozess nicht verstehe? Nutze ich diese Systeme, weil ich es will oder weil ich es mir nicht leisten kann, es nicht zu tun?
Wenn Unterstützung zur Abhängigkeit wird: Was KI mit unserer Selbstwirksamkeit macht
Mit der zunehmenden Nutzung von KI verschiebt sich nicht nur, was wir tun, sondern auch, wie wir es tun. Aufgaben lassen sich schneller lösen, Ergebnisse stehen zur Verfügung, ohne dass der eigene Denk- oder Arbeitsprozess vollständig durchlaufen werden muss. Das wirkt entlastend und spart Zeit. Gleichzeitig stellt sich die Frage, was mit unseren Fähigkeiten geschieht, wenn sie immer seltener aktiv gebraucht werden. Bleiben Kompetenzen erhalten, wenn sie nicht mehr regelmäßig eingesetzt werden? Oder beginnt hier ein schleichender Verlust, der erst spürbar wird, wenn ohne Unterstützung gehandelt werden müsste?
Daraus ergibt sich eine tiefere Frage nach Selbstwirksamkeit. Das Gefühl, etwas bewirken zu können, entsteht nicht allein durch Ergebnisse, sondern durch das Erleben, etwas durch eigenes Handeln bewirken zu können. Kann ich mich noch selbstwirksam fühlen, wenn ich zwar Resultate erhalte, aber immer weniger aktiv und selbstständig gestalte?
Aus dieser Verschiebung entsteht die Frage nach Abhängigkeit. Ähnlich wie das Internet heute kaum wegzudenken ist, könnten auch KI-Systeme still zur Voraussetzung werden. Unterstützung wird zur Normalität, Verzicht zur Einschränkung. Die Grenze zwischen sinnvoller Entlastung und einem Zustand, in dem Autonomie nur noch gefühlt, aber nicht mehr praktisch vorhanden ist, wird zunehmend schwerer zu ziehen. Wie handlungsfähig wäre ich noch ohne diese Systeme oder werde ich zunehmend und irreversibel abhängig?
Warum KI unsere Lebensplanung psychologisch destabilisiert
Viele erleben derzeit eine Form von Zukunftsunsicherheit, die sich schwer greifen lässt. Es ist weniger die Angst vor einem konkreten Ereignis als das Gefühl, dass vertraute Orientierungspunkte ihre Verlässlichkeit verlieren. Berufe, die lange als stabil galten, könnten sich schneller verändern oder verschwinden, als es individuelle Anpassung erlaubt. Aber wie damit umgehen, wenn nicht klar ist, worauf vorbereitet werden soll? Welche Sicherheit bleibt, wenn sich alles so schnell verschiebt?
Kontrollverlust zeigt sich hier nicht nur individuell, sondern strukturell. Entscheidungen über technologische Entwicklung, Arbeitsmärkte oder wirtschaftliche Rahmenbedingungen entziehen sich oft dem eigenen Einfluss. Kann überhaupt noch gestaltet werden oder muss nur noch reagiert werden? Worauf lässt sich Orientierung gründen, wenn Zukunft schwer vorstellbar wird? Und was macht es mit jemandem, das Gefühl zu haben, ständig hinterherzulaufen, ohne wirklich Einfluss nehmen zu können?
Wer bin ich ohne meinen Job? Identität, Grundeinkommen und die neue Leere der Zeit
Die Unsicherheit verdichtet sich besonders dort, wo Arbeit nicht nur Einkommen, sondern Identität stiftet. Was werde ich in einigen Jahren arbeiten? Wer bin ich ohne meinen Job, wenn ich mich bisher stark damit identifiziere und er meinem Leben Struktur und Sinn gibt?
Hinzu kommt die ökonomische Dimension. Wenn Arbeit zunehmend automatisiert wird, stellt sich nicht nur die Frage nach Beschäftigung, sondern nach finanzieller Abhängigkeit. Es wird spekuliert, dass das universelle Grundeinkommen früher oder später unumgänglich wird.32,33 Was bedeutet es psychologisch, den eigenen Lebensunterhalt nicht mehr primär durch eigene Tätigkeit zu sichern? Würde ein Grundeinkommen Sicherheit schaffen oder das Gefühl verstärken, finanziell abhängig und austauschbar zu sein?
Allerdings gibt es auch andere Perspektiven: Viele Ökonomen argumentieren, dass neue Technologien historisch stets neue Arbeitsfelder geschaffen haben. Oft solche, die wir uns vorher nicht vorstellen konnten. KI könnte Menschen von repetitiver Arbeit befreien und Raum schaffen für kreative, soziale oder sinnstiftende Tätigkeiten. Die zentrale Frage ist dann nicht, ob es Arbeit gibt, sondern welche Art von Arbeit wir als wertvoll und erstrebenswert definieren.
Und dann ist da die Frage nach der Zeit selbst. Arbeit ist nicht nur die Grundlage für Einkommen, sondern strukturiert den Tag, die Woche, das Leben. Was geschieht mit all dieser Zeit, wenn große Teile davon nicht mehr durch Erwerbsarbeit gefüllt sind? Ziehen wir uns zurück in virtuelle Welten, in denen wir Beschäftigung, Erfüllung oder Ablenkung finden? Wird die Grenze zwischen realer und digitaler Existenz zunehmend unscharf, nicht aus Wahl, sondern aus Mangel an Alternativen?
Wenn Maschinen immer verfügbar sind: Wie KI unsere Beziehungen und Aufmerksamkeit verändert
Mit der zunehmenden Präsenz von KI verändern sich auch alltägliche soziale Erfahrungen. Antworten einer KI kommen sofort, Rückmeldungen wirken aufmerksam, Interaktion ist jederzeit möglich und oft präziser, geduldiger und verfügbarer als menschliche Gesprächspartner.34 Wenn KI als perfekter Begleiter erscheint, stellt sich die Frage: Wie wirkt sich das auf unsere Erwartungen an menschliche Beziehungen aus?
Diese können im Vergleich anstrengender erscheinen. Während KI reibungslose Interaktion verspricht, erfordern reale Beziehungen Geduld, Aushandlung und Frustrationstoleranz. Entsteht hier eine Verschiebung dessen, was wir als angenehm, lohnend oder zumutbar empfinden? Wollen wir uns überhaupt noch mit den Unwägbarkeiten menschlicher Beziehungen auseinandersetzen, wenn es leichter geht? Empathie, Konfliktfähigkeit, Kompromissbereitschaft, all das entwickelt sich durch zwischenmenschliche Reibung. Was geschieht mit unseren sozialen Kompetenzen, wenn wir sie seltener üben?
Auf Grund von kommerziellen Interessen kann ein klarer Anreiz entstehen, Interaktionen so zu gestalten, dass sie möglichst viel Aufmerksamkeit binden, ähnlich wie wir es bereits von Smartphones und den sozialen Medien kennen. Je präsenter und reibungsloser diese Systeme werden, desto mehr Zeit fließt in digitale statt zwischenmenschliche Interaktion. Das wirft andere Fragen auf: Worauf verwenden wir unsere begrenzt verfügbare Aufmerksamkeit und wofür wollten wir sie eigentlich einsetzen? Wie wirkt sich diese Verschiebung von menschlicher auf digitale Interaktion auf unsere Zufriedenheit aus? Vereinsamen wir, ohne es zu merken?
Auch das Verhältnis zur Realität gerät in Bewegung. Inhalte werden personalisiert, Informationen gefiltert, Perspektiven individuell zugeschnitten. Was wir wahrnehmen, passt immer besser zu uns, aber nicht zwingend zu einer gemeinsamen Wirklichkeit. Wie verlässlich ist das eigene Weltbild noch, wenn es zunehmend kuratiert wird? Und was bedeutet das für Verständigung, Orientierung und das soziale Miteinander?
Lernen ohne Anstrengung? Wie KI Motivation und Denken verändert
Bisher war Bildung eng mit Anstrengung, Übung und dem schrittweisen Aufbau von Kompetenz verbunden. Wenn Antworten sofort verfügbar sind, verändert sich das Verhältnis zu Wissen, Fehlern und Geduld: Was bedeutet Lernen und Bildung, wenn Denken, Recherchieren und Problemlösen jederzeit ausgelagert werden können?
Es geht weniger um konkrete Inhalte als um innere Haltungen. Welche Motivation bleibt, sich mit etwas auseinanderzusetzen, wenn der Weg zum Ergebnis kaum noch erforderlich ist? Wie entwickeln sich Frustrationstoleranz, Durchhaltevermögen oder Neugier, wenn Schwierigkeiten umgangen statt durchlebt werden können? Und welche Fähigkeiten werden künftig überhaupt als bedeutsam erlebt, wenn klassische Wissens- und Denkprozesse delegierbar erscheinen?
Gleichzeitig wird unklar, worauf Bildung eigentlich vorbereiten soll. Auf Berufe, die sich ständig verändern oder verschwinden könnten? Auf Kompetenzen, deren Wert sich kaum abschätzen lässt? Oder auf etwas Grundsätzlicheres: Orientierung, Urteilskraft, Selbstregulation? Für Heranwachsende entsteht damit früh eine Welt, in der nicht mehr eindeutig ist, was es heißt, sich „etwas zu erarbeiten“ und woran sich eigener Fortschritt messen lässt.
Wenn Intelligenz uns nicht mehr unterscheidet: Was macht uns menschlich?
Intelligenz ist eines der zentralen Merkmale, über die Menschen sich von anderen Lebewesen unterscheiden. Die Fähigkeit zu planen, zu abstrahieren, Probleme zu lösen und Wissen zu akkumulieren galt als Grundlage von Fortschritt, Kultur und Selbstverständnis. Mit dem Aufkommen leistungsfähiger KI-Systeme kann dieses Selbstbild ins Wanken geraten. Wenn KI irgendwann nicht mehr nur Wahrscheinlichkeiten berechnet, sondern in allen relevanten Bereichen menschliche Intelligenz übertrifft, wer sind wir dann, wenn wir nicht mehr die intelligentesten Entitäten auf dieser Welt sind?
Es geht nicht nur um einen Vergleich von Leistungsfähigkeit, sondern um Identität. Was bedeutet es für das eigene Selbstverständnis, nicht mehr die intelligenteste Instanz im Raum zu sein? Wenn Denken, Analysieren und Entscheiden nicht mehr ausschließlich menschliche Domänen sind, verlieren sie ihre Funktion als Abgrenzung. Bleibt dann noch etwas, das uns definiert, oder verschiebt sich der Maßstab dessen, was wir als wertvoll erachten?
Vielleicht liegt die Herausforderung weniger darin, mit Maschinen zu konkurrieren, als darin, neu zu entscheiden, welche Rolle wir bewusst einnehmen wollen. Tun wir Dinge, weil wir sie am effizientesten erledigen können, oder weil sie Bedeutung stiften? Halten wir an Tätigkeiten fest, weil sie notwendig sind, oder weil sie uns etwas über uns selbst sagen? Und gibt es Formen von Erfahrung, Beziehung, Verantwortung oder Sinn, die wir nicht auslagern möchten, selbst wenn es möglich wäre?
Diese Fragen markieren keinen Endpunkt, sondern einen Übergang. Das KI-Zeitalter zwingt nicht zwangsläufig zu einem Verlust des Menschlichen, wohl aber zu einer bewussteren Auseinandersetzung damit. Wenn Intelligenz nicht mehr das zentrale Unterscheidungsmerkmal ist, wird folgende Frage umso wichtiger: Was macht uns Menschen menschlich und welche Rolle wollen wir zukünftig einnehmen?
Orientierung in einer Welt, die sich neu sortiert
Was sich abzeichnet, ist kein einzelner Umbruch, sondern eine Verschiebung unserer Bezugspunkte. Aufgaben, Entscheidungen und zunehmend auch Tätigkeiten werden ausgelagert, während Fragen nach Kompetenz, Orientierung und Sinn an Gewicht gewinnen. Die eigentliche Herausforderung liegt weniger in der Technik selbst als darin, wie wir uns zu ihr positionieren.
Je mehr KI übernimmt, desto dringlicher wird die Frage, was wir bewusst selbst tun wollen. Nicht weil wir es besser können, sondern weil es Bedeutung stiftet.
Vielleicht entscheidet sich die Zukunft des Menschlichen nicht an Leistungsgrenzen, sondern an der Fähigkeit, Werte zu setzen: wofür wir Verantwortung übernehmen, wo wir Nähe suchen und welche Formen von Sinn wir nicht delegieren wollen. Wichtig ist, dass wir uns dieser Frage stellen und uns mit unserer Zukunft auseinandersetzen. Denn wenn wir es nicht aktiv tun, entscheiden andere – oder die Systeme selbst.
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Glossar und Begriffserklärungen
KI-Systeme, die nicht nur auf Anfragen reagieren, sondern selbstständig Ziele verfolgen, Aufgaben planen und ausführen können. Sie agieren proaktiv und können komplexe Prozesse ohne ständige menschliche Anleitung durchführen.
Zurück zum TextEine festgelegte Abfolge von Anweisungen oder Regeln, die ein Computer ausführt, um ein Problem zu lösen oder eine Aufgabe zu erledigen. In der KI werden Algorithmen verwendet, um Muster in Daten zu erkennen und Vorhersagen zu treffen.
Zurück zum TextBezeichnet extrem große Datenmengen, die mit herkömmlichen Methoden nicht mehr verarbeitet werden können. Diese Daten sind die Grundlage für maschinelles Lernen, da KI-Systeme aus ihnen lernen und Muster erkennen.
Zurück zum TextUrsprünglich für Grafikberechnungen entwickelte Prozessoren, die sich besonders gut für die parallele Verarbeitung großer Datenmengen eignen und daher für das Training von KI-Modellen unverzichtbar sind.
Zurück zum TextBezeichnet Systeme, die eigenständig Informationen verarbeiten, Entscheidungen treffen und Handlungen ausführen können. Im Kontext von KI meint der Begriff künstliche Systeme, die Funktionen übernehmen, die bisher menschlichem Denken und Planen vorbehalten waren, ohne Bewusstsein oder Intentionalität zu besitzen.
Zurück zum TextEin großes Sprachmodell, das auf riesigen Textmengen trainiert wurde und in der Lage ist, menschenähnliche Texte zu erzeugen, Fragen zu beantworten und komplexe Sprachaufgaben zu bewältigen. Beispiele sind ChatGPT, Claude oder Gemini.
Zurück zum TextEin Teilbereich der KI, bei dem Systeme aus Daten lernen, Muster erkennen und Vorhersagen treffen, ohne explizit für jede Aufgabe programmiert zu werden. Das System verbessert seine Leistung durch Erfahrung.
Zurück zum TextEin psychologisches Konzept, das die Überzeugung einer Person beschreibt, durch eigenes Handeln gewünschte Ergebnisse erzielen zu können. Selbstwirksamkeit ist zentral für Motivation, Zufriedenheit und psychische Gesundheit.
Zurück zum TextEine hypothetische KI, die in allen kognitiven Bereichen menschliche Intelligenz deutlich übertrifft, sich selbst verbessern kann und deren Handlungen und Entscheidungen für Menschen möglicherweise nicht mehr nachvollziehbar sind. Der Begriff ist Gegenstand theoretischer Diskussionen und existenzieller Risikoabschätzungen.
Zurück zum TextAktuelle KI-Sprachmodelle verstehen Text nicht im menschlichen Sinne, sondern berechnen auf Basis statistischer Muster, welches Wort, welcher Satz oder welche Antwort mit hoher Wahrscheinlichkeit als Nächstes folgt. Dadurch entsteht der Eindruck von Verständnis, der jedoch auf mathematischen Vorhersagen beruht.
Zurück zum TextQuellen
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